10. 01. 2017

Wenn kurz nach dem Jahreswechsel die „Historischen Ulm-Filme“ angekündigt werden, dann steht Großes Kino auf dem Programm. Bei den vier Vorstellungen war die „Ulmer Lichtburg“ immer gut gefüllt. Unter anderem war erstmalig die verlängerte Version der „Zeitreise durch das alte Ulm“ zu sehen, die bisher unbekanntes Filmmaterial aus den 30er Jahren bot.

Vor beinahe 20 Jahren wurde der Dokumentarfilm „Kinderland ist abgebrannt“ mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Ein noch immer aktueller Film der Neu-Ulm/Berliner Filmemacherin Sibylle Tiedemann. Beschrieben werden die Mechanismen von Ausgrenzung und Rassismus am Beispiel einer Ulmer Mädchen-Schulklasse der 30er Jahre. Ein Film, der allen Deutschen „medizinisch“ verordnet werden sollte, wie Günter Merkle, der ulmfilmtage Organisator und Gründer, in seiner Einführung lapidar anmerkte. Im Anschluss stand die Regisseurin für Fragen des Publikums zur Verfügung.

Die Kinoproduktion „ulmfilmgold“ vereint die professionell gedrehten Werbefilme, die durch die Jahrzehnte für die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten geworben haben und beinahe im Archiv vergessen worden wären, wie so viele Filme. Sie zeigen das Schönste und Beste von Ulm in kompakter Form - beinahe eine „Überdosis“ Münsterstadt, von der man als Ulmer/Ulmerin natürlich nie genug haben kann. Der Autor und Ulm-Film-Spezialist Günter Merkle hat diese Stadt-Filme durch eigenes Material und Moderationen angereichert. So entstand eine unterhaltende Zeitreise, die ihren Schwerpunkt in der Nachkriegszeit hat, aber auch das Ulm von heute mit einschließt. Der Film zeigt, wie sich Ulm aus der Tristesse der 50/60er Jahre in eine fast schon mediterran wirkende „charmante Großstadt“ verwandelt hat. Stadt und Film sind gleichermaßen attraktiv und bieten den Besuchern ein Erlebnis mit Langzeitwirkung.


Sohn Konrad Hirsch, Cornelia und Ernst Hirsch und Günter Merkle nach erfolgreicher Vorstellung

Die „4. ulmfilmtage“ hatten auch Außergewöhnliches im Angebot: Etwa die Dresden-Filme, die der Film-Sammler Ernst Hirsch über die Jahre in der Elbmetropole gesammelt und so vor dem Vergessen bewahrt hat. Eine hochemotionale Zeitreise, die mit der Fertigstellung der Frauenkirche letztlich ein kinogerechtes happy-end fand. Oder das Konzert des Ulmer Spatzen Jugendchores aus der Konzerthalle in Pekings verbotener Stadt im Jahr 2015. Beinahe zwei Stunden begeisternde Chormusik, auswendig vorgetragen von einem der besten Deutschen Jugendchöre unter der Leitung von Hans de Gilde. Ein musikalisch-filmischer Genuss in HD-Qualität. Aufgezeichnet vom chinesischen Staatsfernsehen, erstmalig in Ulm zu sehen.

Das Publikum war angetan und wollte wissen, ob diese Filme wiederkommen? Die Antwort lautet:
Vom 03. bis zum 07. Januar 2018 - bei den „5. ulmfilmtagen“.

Partner

Die ulmfilmtage finden in Verbindung mit unseren Partnern statt:

protel Film und Medien GmbH

Dietrich-Theater

Stadtarchiv Ulm

film commission Ulm

 

Radioreportage

SWR4 Radioreportage zu den Ulmfilmtagen 2014