Jetzt online reservieren!Samstag, 11. Januar 2020 um 14:30 Uhr

Dokumentarfilm von Sibylle Tiedemann, 70 Min

Briefe aus Chicago„Ich bin jetzt ein alter Krauterer, wie Lore sagt, aber wenn ich an meine erste Kamera denke, eine Ernemann Box 41/2x6 Plattenkamera, die ich in Ulm einer Freundin abgeluchst habe, mit der konnte man höchstens sechs Bilder pro Tag machen, dann werde ich wieder ein junger Spund.“

So erinnerte sich Gustav Frank 2002 an seine ersten Fotos im Ulm der 1920er Jahre.

Die aus Neu-Ulm stammende Regisseurin Sibylle Tiedemann hatte ihn und seine Frau Lore, geb. Hirsch, 1994 kennengelernt. Aus dem ersten Kontakt – Frank schrieb Briefe aus Chicago – wurde eine tiefe Freundschaft, aus der mehrjährigen Recherche ein Lebensbericht über das schwäbische Judentum, dem die Franks entstammten. Sie hatten ihre Ulmer Heimat sehr geliebt, doch 1939 mussten sie fliehen. 1943 heirateten sie in Chicago. Gustav Frank sah das zerstörte Europa schon 1945 wieder: Als amerikanischer Soldat kam er nach Ulm, seine gesamte Familie war ermordet worden. Sein ganzes Leben hat er fotografiert – von der Schwäbischen Alb zu den Weltkriegsruinen, vom verlorenen Landjudentum zum Stahlbeton des modernen Amerika, Bildern des Exils.

Sibylle Tiedemann hat einen Film und eine Ausstellung über das Leben der Franks gemacht. Vor seinem Tod 2004 hatte Gustav Frank ihr versprochen, sich um seine Fotos zu kümmern: „Des muaß i alles no raussucha bevor i abkratz.“ 2009 hatte der Film „Briefe aus Chicago - Bilder aus dem Exil“ Premiere. Lore Frank starb 2011 in Chicago.

Sibylle Tiedemann erhielt 2011 den German Jewish History Award für ihren Beitrag zur Bewahrung der deutsch-jüdischen Geschichte.

SWR Interview

Der SWR berichtet über die ulmfilmtage und hat dafür Günter Merkle interviewt.



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Radioreportage

SWR4 Radioreportage zu den Ulmfilmtagen 2014